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Es ist Zeit unsere Bäder neu zu denken

Freibäder sind wichtiger Bestandteil der regionalen Infrastruktur. Als Sportstätte passen sie perfekt zum Trend einer gesünderen Lebensweise und wirken im Sommer ganz nebenbei auch als sozialer Kondensations- und Treffpunkt für alle Altersklassen. Das Freibad als Ort der Begegnung ist der erhaltenswerte Gegenentwurf zum Wildwuchs der privaten Pools.

In der Stadtplanung wird längst der verstärkte Ausbau von Erholungszonen im öffentlichen Raum gefordert. Dabei geht es um ansprechende Freianlagen, Parks und Plätze die unsere Städte lebenswerter machen. Freibäder können in diesem Kontext ganz herkömmlich ihre altbekannten Aufgaben übernehmen. Durch ihre häufig beträchtliche Geländegröße und die meist gegebene Nähe zum Wohnumfeld der Innenstädte können sie aber auch neu und weiter Gedacht werden. Im Spannungsfeld von Anforderungen und finanziellen Möglichkeiten sind neue Konzepte gefragt. Freibäder können weit mehr bieten als nur kühle Erfrischung an heißen Sommertagen.

Kombinierte Freizeitangebote
Umfangreiche Spiel-, Sport- und Fitnessmöglichkeiten ergänzen das Bewegungsangebot im und am Wasser. Dazu gehören Felder für Beachvolleyball und Streetball, Fitnessparcours, Kletterwände und großzügige Spielplätze. Einfache Übernachtungsmöglichkeiten wie Fasshütten oder angegliederte Stellplätze für Wohnmobile lassen sich oftmals gut in die vorhandene Infrastruktur einbinden. Das gilt auch für Kulturveranstaltungen in den Bädern. Selbst eine Parknutzung außerhalb der Badezeiten, vielleicht in Kombination mit einer wertigen Gastronomie ist beispielsweise wie im Parkbad Weende machbar.

Angesichts sich auflösender Grenzen zwischen Beruf und Freizeit werden flexibel praktizierte Individualsportarten immer beliebter. Laufen, Radfahren und Schwimmen sind en vogue. Dies erfordert, dass öffentliche Bäder bei verlängerten Öffnungszeiten besser zugänglich sein müssen. Kern solcher Konzepte soll sein, die naturnahe Umgestaltung des gesamten Bads hin zu einer vielfältig strukturierten Beckenlandschaft, in der die unterschiedlichen Schwimm- und Spielmöglichkeiten organisch in einander übergehen zu lassen. So werden dem Sportbecken mit seinen Schwimmbahnen, Bodendüsen und Überlaufrinnen besandete Lagunen zur Seite gestellt, in denen sich der Strand bis ins Wasser hineinzieht.

Holzstege gliedern und verbinden die einzelnen Bereiche und am Beckenrand schafft eine lockere Staudenpflanzung neue Aufenthaltsqualitäten. Alle Becken sind barrierefrei zugänglich und inklusiv gedacht, bieten aber genauso auch Sprungtürme und Waterclimbing, Rutschen oder Wasserspielbereiche für die Kleinen. So entstehen attraktive, zeitgemäße Bäder für alle.  Kluge Investitionen können unsere Stadt- und Landschaftsräume lebenswerter und leistungsfähiger machen. Aus ökonomischer und ökologischer Sicht sind wir gehalten, dabei nachhaltig zu agieren und unsere Ressourcen zu schonen. Baukultur heißt dabei nicht unbedingt Neues anspruchsvoll zu entwerfen, sondern vielmehr aufzuzeigen, wie wir das, was vorhanden ist, möglichst erhalten, besser machen oder auch schöner gestalten können. Mehr nachdenken und weniger entsorgen sollte ein Leitgedanke sein.

Ökologische Wasseraufbereitung im Bestand
Die Pauly Group beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Einsatz nachhaltiger Ökotechnologien zur kommunalen Aufbereitung von Wasser. Dabei wurden in den letzten 20 Jahren auch zahlreiche öffentliche Bäder saniert und dabei von einer chlorbasierten Technik auf einen Betrieb als Freibad mit biologisch-physikalischer Wasseraufbereitung umgestellt. Die Anlagen sind stets individuell und bestandserhaltend auf die Struktur der gegebenen Substanz zugeschnitten. Kein Bad ist wie das andere, doch lassen sich verschiedene Elemente immer wieder finden. In der Summe wird dieses Konzept als Freibad PLUS zusammengefasst. Das sind Freibäder wie wir sie kennen, aber mit dem Plus einer nachhaltigen Technik und einer klugen Gestaltung die mehr kann als nur Freibad zu sein.

Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit sind beim Freibad PLUS Kerngedanke. Durch die bestandserhaltende Planung muss beim Umbau weniger abgerissen und entsorgt werden. Die biologisch-physikalische Wasseraufbereitung mit dem Geomatrix®-Bodenfilter kommt ganz ohne chemische Zuschlagstoffe aus und nutzt stattdessen die natürliche Kraft von Sonne, Schilf und Bodenmatrix. Dadurch sinken die Betriebskosten und steigern zudem den ökologischen Wert des Freibades. Naturnahe Gestaltung und erhöhte Attraktivität führen gleichzeitig zu mehr Besuchern und damit zu mehr Einnahmen. Knappe öffentliche Haushalte erfordern Prioritäten. Im Wettbewerb um öffentliche Zuschüsse müssen die Entwickler von Schwimmbädern den „gesamtgesellschaftlichen Wert“ ihrer Projekte nachweisen. Mit dem Freibad PLUS sind sie dabei auf einem guten Weg.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Werner Schierl
Weitere Infos: Freibad PLUS

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