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Presse­mitteilun­gen

Die Samtgemeinde Sickte investiert in die Zukunft

Spatenstich zur neuen Klärschlammvererdungsanlage am 19.03.2021

 

Tonnenweise weniger CO2, weniger Energieaufwand und Vererdung und Hygienisierung des Klärschlamms mit Hilfe von Mikroorganismen – statt aufwändigen, lauten und teuren Dekantern: Die Samtgemeinde Sickte stellt Ihre Klärschlammvererdung auf eine umweltfreundliche Methode um.

Der Spatenstich zum Baubeginn fand am Freitag, den 19.03.2021 um 11:00 Uhr auf dem Baufeld nördlich der Kläranlage Sickte statt. Coronabedingt im kleinen Rahmen, aber trotzdem nicht weniger feierlich. Im April 2020 wurde der Vertrag zum Bau einer EKO-PLANT Klärschlammvererdungsanlage unterschrieben. Nun liegen alle Genehmigungen vor und der Bau kann beginnen.

Die Samtgemeinde Sickte investiert als Auftraggeber inklusive des erforderlichen Grunderwerbs 2,37 Millionen Euro (brutto) für dieses Projekt. Der Bürgermeister der Samtgemeinde, Herr Marco Kelb, und die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Werksausschusses, Frau Dunja Kreiser, waren beim Spatenstich dabei. Von der THE PAULY GROUP GmbH waren Geschäftsführer Stefan Ahrens und Bauleiter Yannick Reis zugegen. Als Vertreter der mit dem Tiefbau beauftragten Firma Muckhoff Bau GmbH war Herr Sascha Muckhoff ebenfalls vor Ort.

Bisher wurde der anfallende Klärschlamm mit einem Dekanter entwässert und thermisch verwertet. Um das Klärschlamm-Management fit für die Zukunft zu machen, entschied sich die Samtgemeinde Sickte für die Klärschlammvererdung.

Kernstück der neuen, rund 17.000 Quadratmeter (brutto) großen Anlage, sind drei Schilfbeete. Auf sie fließen künftig durch ein System von Rohrleitungen, Pumpen und Schiebern 14.000 Kubikmeter Nassschlamm pro Jahr. In den Beeten entziehen die Schilfpflanzen durch Verdunstung dem Klärschlamm einen Teil des Wassers. Der andere Teil sickert durch die Wurzelschicht und eine Filter-/Substratschicht zur Kläranlage zurück. Die Feststoffe des Klärschlamms verbleiben dagegen im Beet, wo sie mit Hilfe von Mikroorganismen mineralisiert werden. Auf diese Weise verringert sich die Schlammmenge um mehr als 90 Prozent. Zusätzliche Energie wird lediglich für die vollautomatische Steuerungselektronik und die Pumpen benötigt. Dieser äußerst geringe Energieverbrauch senkt die Betriebskosten deutlich. Außerdem führt er zu einer mittleren jährlichen Einsparung von ca. 58 Tonnen CO2.

Nach etwa acht bis zehn Jahren Betrieb erhält das erste Beet eine Ruhephase ohne Schlammzufuhr. In dieser Zeit wird der bereits im Beet enthaltene Schlamm weiterhin stark entwässert und abgebaut. Die Klärschlammerde, die bei der anstehenden Räumung anfällt, lässt sich flexibel verwerten: landwirtschaftlich oder thermisch. Nach der Räumung wird das Beet erneut mit Klärschlamm beschickt und der Vererdungszyklus beginnt von vorn. In den kommenden 10 Jahren begleitet die Firma THE PAULY GROUP den Anlagenbetrieb sowie den ersten Räumungszyklus. Sie garantiert eine kompetente Fachberatung und schult die Mitarbeiter der Kläranlage.

Die EKO-PLANT GmbH, 1995 von Dr.-Ing. Udo Pauly gegründet, ging Anfang 2021 in die THE PAULY GROUP GmbH & Co. KG über. Mit Sitz im nordhessischen Neu-Eichenberg übernimmt sie seit dieser Zeit alle Geschäfte der EKO-PLANT GmbH. Die Marke EKO-PLANT bleibt dabei als Produktname bestehen. THE PAULY GROUP GmbH & Co. KG plant, baut und betreut als Generalunternehmer neben den EKO-PLANT Klärschlammvererdungsanlagen auch Freibäder mit biologischer Wasseraufbereitung. Die gesamte Unternehmensgruppe beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter.