Durch ihre Ausbaugröße von 90.000 Einwohnerwerten fallen in der Kläranlage Emden kontinuierlich große Mengen Klärschlamm an, die entwässert und verwertet werden müssen. Statt energiehungriger und wartungsintensiver Maschinen wird der gesamte Nassschlamm seit 1996 in großflächige Schilfbeete geleitet und dort allein mit der kostenlosen Energie von Sonne, Wind und Schwerkraft entwässert.
Acht bis zwölf Jahre nehmen die Schilfbeete Klärschlamm auf, erst dann sind sie voll und der entwässerte Klärschlamm wird ausgebaggert – geräumt – und entsorgt. In dieser Zeit führen biologische Prozesse im Beet zu einer zusätzlichen Massenreduktion, so dass am Ende im Vergleich mit einer maschinellen Entwässerung bis zu 50 Prozent weniger Restmenge entsorgt werden muss. Die biologischen Umbauprozesse verwandeln den Klärschlamm außerdem in einen humusreichen Dünger. In Emden wird nahezu der gesamte Klärschlamm regional landwirtschaftlich verwertet. Insgesamt rund 89.000 Tonnen konnten bisher in den natürlichen Nährstoffkreislauf zurückgeführt werden. Bei einer maschinellen Entwässerung hätten 138.000 Tonnen entsorgt werden müssen. Durch Klärschilf hat Emden bisher 49.000 Tonnen eingespart.
Erfolgreiche Kooperation mit der PAULY GROUP
Ein wichtiger Baustein für diesen Erfolg ist die enge Kooperation mit der PAULY GROUP. Von Beginn an sorgen Fachleute der Abteilung Service Ökotechnik im Rahmen einer betriebsbegleitenden Betreuung für eine optimale Anlagenleistung. Dazu gehört auch eine Modernisierung der Anlagentechnik. So wurde 2012 eine Nachlagerfläche eingerichtet. Inzwischen werden auch die Beeträumungen und die Verwertung vollständig von der PAULY GROUP organisiert. Als Reaktion auf die 2018 novellierte Düngeverordnung, die die Sommerverwertung von Klärschlamm nahezu ausschloss, wurde noch im selben Jahr von der PAULY GROUP das Düngemittel EKO-Terra Ca+ entwickelt, das aufgrund seiner Eigenschaften nicht den Einschränkungen bei der Herbstdüngung unterliegt. Die Entwicklung von EKO-Terra Ca+ auf Basis von natürlich entwässertem Klärschlamm wurde von den Bau- und Entsorgungsbetrieben Emden mit großem Vertrauen unterstützt und gefördert. Das Ergebnis: Emden hatte keine Probleme bei der Entsorgung und kann nahezu seinen gesamten Klärschlamm bis heute regional in Ostfriesland landwirtschaftlich verwerten.
Thermische Verwertung ab 2032
Ab 2032 müssen Kläranlagen über 50.000 Einwohnerwerten ihren Klärschlamm thermisch verwertet. Für Emden kein Problem, denn ökologisch entwässerter Klärschlamm kann problemlos verbrannt werden. Durch die verringerte Restmenge wird Emden aber auch dann noch kräftig Verwertungskosten sparen.
„Es läuft immer Hand in Hand“
Zur Feier des 30-jährigen Betriebsjubiläums gab es am 19. August einen kleinen Imbiss. Neben Speisen und Getränken war Zeit für einen regen Erfahrungsaustausch zwischen dem Personal der Kläranlage und Vertretern der PAULY GROUP. Herr Anderson, Leiter der Bau- und Entsorgungsbetriebe Emden, fasste zusammen: „Der Vorteil der Klärschilf-Anlage sind die erhebliche Massenreduktion und die Flexibilität bei der Räumung der Beete sowie die landwirtschaftliche Verwertung. Wir haben in den 30 Jahren gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der THE PAULY GROUP gemacht. Es läuft immer Hand in Hand.“
Die Klärschilf-Anlage in Emden in Zahlen von 1996 - 2026
| Schlamminput | 1.450.000 t |
| Schlammoutput | 88.600 t |
| Räumungen | 30 Stück |
| Eingesparte Verwertungsmenge 1 | 49.787 t |
| Eingesparte LKW-Fahrten | 2.787 Stück |
| Natürlich in den Boden zurückgeführtes Phosphat | 1.292 t |
| 1 Rechnerischer Vergleich zur alternativen maschinellen Entwässerung auf 21 Prozent Trockenrückstand | |




