Seit 2003 betreibt die Kläranlage Dörsbachtal der Verbandsgemeinde Aar-Einrich eine Klärschlammvererdung des Systems „MARX“. Nach 23 Jahren war der maximale Füllstand des Schilfbeets erreicht und es musste geräumt werden. Da die Firma Marx nicht mehr existiert, wurde THE PAULY GROUP damit beauftragt. Zusätzlich wird die bestehende Anlage zu einer betreiberfreundlichen Klärschilf-Anlage umgebaut.
Die Teilnehmer des Praxistages konnten sich intensiv über die gerade durchgeführte Räumung und deren Besonderheiten informieren und sich gleichzeitig ein Bild der Umbauarbeiten machen.
Zukunftssichere Entsorgung
Zu Beginn stellte Stefan Rehfus von der PAULY GROUP die ökologische Entwässerung mit Klärschilf im Detail vor. Dabei ging es nicht nur um die Ökotechnik selbst. Rehfus spannte den Bogen vom laufenden Betrieb bis zur Räumung und Entsorgung und ging darüber hinaus ausführlich auf die Besonderheiten und Probleme der Dörsbachtaler Vererdungsanlage ein. Auch die veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf den Entsorgungsmarkt kamen dabei zur Sprache, einschließlich der zukünftigen Verpflichtung zur Rückgewinnung von Phosphor. Klärschilf punktet in allen Bereichen mit deutlichen Vorteilen: minimaler Energiebedarf und Wartungsaufwand, weitgehend automatisierter Betrieb, stark verringerte Restmenge, jahrelange Lagerung, flexibler Entsorgungszeitpunkt und flexibler Verwertungsweg, besonders gute Ausgangsbedingungen für eine effiziente Phosphorrückgewinnung sowie – nicht zuletzt – Klimaschutz aufgrund einer überragenden CO2-Bilanz. Durch biologische Umbauprozesse verwandelt Klärschilf Klärschlamm in einen wertvollen Dünger mit hohem Phosphat- und Humusgehalt. Stickstoff ist darin fest gebunden und nicht auswaschungsgefährdet. Ist eine landwirtschaftliche Verwertung möglich, können Kläranlagen, die mit Klärschilf ökologisch entwässern, ihren abnehmenden Landwirten einen besonders begehrten Dünger anbieten und erfüllen darüber hinaus alle Anforderungen der Phosphor-Rückgewinnung.
Aus „Marx“ wird Klärschilf
Am Beispiel der Vererdungsanlage Dörsbachtal zeigte Mark Christ von den Verbandsgemeindewerken Aar-Einrich, wie eine bestehende Anlage zukunftsfähig weiterentwickelt werden kann. In seinem Vortrag stellte er die Zusammenarbeit mit der PAULY GROUP sowie das laufende Umbauprojekt vor, bei dem die bisherige Anlage nach dem System „MARX“ auf Klärschilf umgestellt wird. Nachdem die bestehende Anlage erfolgreich geräumt wurde, haben sich die Verbandsgemeindewerke bewusst dazu entschieden, weiterhin auf die bewährte Entwässerung in Schilfbeeten zu setzen und den Standort zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Die Umbauarbeiten sehen umfangreiche Veränderungen des Schilfbeetes und der Beschickungstechnik vor, begannen im Mai und werden voraussichtlich noch im Herbst 2026 abgeschlossen sein. Auch eine betriebsbegleitende Betreuung durch Fachleute der Abteilung Service Ökotechnik der PAULY GROUP sowie die erste Räumung und Verwertung in voraussichtlich 12 Jahren wurde bereits vereinbart.
Nach den Fachvorträgen konnten die Teilnehmer die Baustelle gemeinsam besichtigen, den aktuellen Baufortschritt verfolgen, Fragen direkt vor Ort diskutieren und wertvolle Einblicke in den Umbau der bestehenden Anlage gewinnen.
Erfahrungsaustausch zwischen Praktikern
Eigene Anschauung und Erfahrungen aus erster Hand, dass ist das Erfolgsrezept der Praxistage der PAULY GROUP. Wie sieht eine Klärschlammvererdungsanlage aus, wie groß ist der Betreuungs- und Wartungsaufwand, wie gut die Entwässerungsleistung, wie hoch die Betriebskosten und wie sicher und flexibel die Entsorgung? Antworten auf diese und weitere Fragen bekommen die Teilnehmer direkt vor Ort und von Kollegen, die bereits jahrelange Erfahrung mit der Klärschlammvererdung gesammelt haben.



