Zukunftssichere, zuverlässige und kostengünstige Klärschlammentsorgung, dafür steht die ökologische Entwässerung mit Klärschilf. Im Oktober 2001 nahm der WVIW – Wasserverband Ithbörde/Weserbergland in Eschershausen seine erste Klärschilf-Anlage in Betrieb. Aufgrund der durchgehend positiven Erfahrungen folgten drei weitere Anlagen, zuletzt 2021 in Bodenwerder.
Eschershausen – 49 Prozent weniger Entsorgungsmenge
Statt mit energiehungrigen und wartungsintensiven Maschinen entwässert Klärschilf den gesamten Klärschlamm nahezu vollautomatisch mit der kostenlosen Energie von Sonne, Wind und Schwerkraft. Viele Jahre werden die Schilfbeete mit Klärschlamm beschickt und dienen dabei gleichzeitig als Lager. Parallel zur Entwässerung führen biologische Prozesse im Beet zu einer zusätzlichen Massenreduktion, so dass am Ende im Vergleich mit einer maschinellen Entwässerung bis zu 50 Prozent weniger Restmenge entsorgt werden muss.
In Eschershausen beträgt die Massenreduktion über die gesamte bisherige Betriebszeit hervorragende 95 bis 96 Prozent. Bei einem Nassschlamminput von insgesamt 183.800 Kubikmetern wurden bei bisher vier Beeträumungen 5.983 Tonnen ökologisch entwässerter Klärschlamm ausgebaggert und als wertvoller Dünger landwirtschaftlich verwertet. Bei einer maschinellen Entwässerung auf einen üblichen Trockensubstanzgehalt von 22 Prozent wären 11.680 Tonnen angefallen. Bisher hat die Klärschilf-Anlage Eschershausen also eine Entsorgungsmenge von 5.696 Tonnen eingespart.
Stadtoldendorf – Erste Entsorgung nach 9 Jahren
Acht bis Elf Jahre nehmen die Schilfbeete den gesamten Nassschlamm einer Kläranlage auf. So entfällt der Zwang zu einer kontinuierlichen Entsorgung und der Entsorgungszeitpunkt kann flexibel und langfristig geplant und günstige Marktbedingungen gezielt genutzt werden.
Nach 9 Betriebsjahren wurde in Stadtoldendorf 2025 erstmalig eines der Schilfbeete geräumt und insgesamt 1.424 Tonnen ökologisch entwässerter Klärschlamm landwirtschaftlich verwertet. Die Massenreduktion betrug dabei 94 Prozent. Im Vergleich mit einer maschinellen Entwässerung auf einen Trockensubstanzgehalt von 22 Prozent hat Stadtoldendorf allein bei dieser einen Räumung eine Entsorgungsmenge von 756 Tonnen eingespart.
Wertvoller Dünger plus Phosphorrückgewinnung
Aufgrund der positiven Erfahrungen betreibt der WVIW mittlerweile vier Klärschilf-Anlagen. Alle Anlagen können den ökologisch entwässerten Klärschlamm in der Region landwirtschaftlich verwerten. Die abnehmenden Landwirte erhalten einen wertvollen Dünger, der aufgrund seiner besonderen Eigenschaften in Niedersachsen düngerrechtlich wie Kompost eingestuft wird und von den Einschränkungen bei der Spätsommer- und Herbstdüngung weitgehend ausgenommen ist. Die landwirtschaftliche Verwertung erfüllt darüber hinaus schon jetzt alle Anforderungen der ab 2029 verbindlichen Phosphorrückgewinnung. Die vergleichsweise kostengünstige landwirtschaftliche Verwertung wird für alle vier Klärschilf-Anlagen auch nach 2029 möglich sein.
Komplettservice für Betrieb und Entsorgung
Die runden Betriebsjubiläen zeigen: ökologische Entwässerung mit Klärschilf liefert eine zukunftssichere, flexible und kostengünstige Klärschlammentsorgung. Das Verfahren spart Energie, benötigt kaum personalintensive Wartung und hat eine überragende CO2-Bilanz. Neben Planung und Bau bietet THE PAULY GROUP auch einen umfassenden Service zur betriebsbegleitenden Betreuung und der kompletten Organisation von Räumung und Verwertung an. Dieser Service wird von allen Anlagen des WVIW seit Betriebsbeginn genutzt.




